Freitag, 2. November 2018

Rezension: wie meine Frau einundfünfzig Prozent ihrer seele rettete - Andrew Kaufman




 💓💓💓


Die außergewöhnliche Geschichte einer fast normalen Ehe.
Eine Frau, ein Mann und die guten wie nicht so guten Zeitn einer ganz normalen Ehe. Eigentlich ist alles ziemlich gewöhnlich an Stacey und ihrem Mann. Bis sie in den seltsamsten Banküberfall aller Zeiten verwickelt wird. 
Denn der Räuber will nicht etwa Geld oder Schmuck stehlen, nein, der Dieb hat es auf einundfünzig Prozent ihrer Seele abgesehen! In den Tagen nach dem Überfall beginnt Stacey immer weiter zu schrumpfen, sie wird immer kleiner, sogar winzig, und hat Angst, bald ganz zu verschwinden. Was hat der Dieb ihr wirklich gestohlen? Wie bekommt sie es zurück? Und was hat ihre Ehe mit alldem zu tun? 

Wie meine Frau einundfünfzig Prozent ihrer Seele rettete 


 Verlag: btb

Seitenzahl: 107

 
Preis: 9,00€


Erster Eindruck: 

Das rote Cover hat mich erstmals auf das Buch aufmerksam gemacht. Die Zeichnung, die darauf zu sehen ist, hat mich zum Nachdenken angeregt. Was passiert da mit dieser Frau? Auch der Zeichenstil, der sich über das ganze Buch hinweg erstreckt, ist sehr außergewöhnlich, da es sich nicht um Figuren handelt, sondern scheinbar nur um die Silhouetten dieser. 
Durch die vielen Zeichnungen lässt sich das Buch leicht und locker durchlesen, ohne, dass man eine Pause machen müsste. 
Besonderst interessant wurde das Buch aber durch den Klappentext. Die Beschreibung oben in der Rezension steht erst im Buch. Auf dem Buchrücken steht wirklich nur der allererste Satz: Die äußergewöhnliche Geschichte einer fast normalen Ehe


Die Story: 

Das erste Kapitel, in dem es um den Banküberfall geht, hat mich so beeindruckt, dass ich es sofort einer vertrauten Person vorlesen musste. Es ist mit so viel Witz und Abstrusität konstruiert, dass ich weiterlesen musste. Generell die Story hat mich beeindruckt. 
Zwar war ich nach dem ersten Lesen verwirrt, da alles sehr kurz auf den 100 Seiten dargestellt ist und man sich erst später der ganzen Metaphern bewusst wird, die sich zwischen den Zeilen versteckt haben. 
Die Geschichte ist aus der Perspektive von Staceys Mann geschrieben, was zuerst etwas seltsam erscheint, weil er überhaupt nicht bei dem Überfall dabei war und so zu sagen nur Staceys Geschichte nacherzählt. Jetzt im Nachhinein gefällt mir die Erzählperspektive sehr gut, da es zu der Undurchsichtigkeit der Story passt. 
Ja, die Geschichte ist sehr undurchsichtig, kurz und verwirrend auf knappen Papier zusammengefasst. Man könnte meinen, das klänge schlecht, ist es aber nicht. Das ist der Charme der Story, der sie zu etwas Gutem macht.
Zum Inhalt möchte ich hier gar nicht mal so viel sagen, weil das Buch davon lebt, dass man nichts über es weiß außer den Titel. 
Um es zusammenzufassen würde ich sagen: Es ist eine Geschichte, die der Leser beenden muss. Das heißt nicht, dass sie kein Ende hat, hat sie in der Tat, jedoch kann man all diese Worte nur lesen, wenn man auch zwischen die Zeilen späht und nachdenkt.


Mein Fazit: 

 Mögt ihr Klassiker? Also solche wie Der alte Mann und das Meer oder Faust? Wäre dieses Buch nicht diesen September erst erschienen, würde ich es für einen Klassiker halten. Klassiker sind für mich Bücher, die dadurch, dass sie schon etwas älter sind, über die man wirklich nachdenken muss, um zu verstehen, warum sie Klassiker sind.
Damit würde ich dieses Büchlein vergleichen. Ein moderner Klassiker. Nicht im Sinne davon, dass man es gelesen haben muss. So weit würde ich nicht gehen, jedoch von der Machart her, wirkt es wie ein Klassiker.
Also: Eine Empfehlung für Leser, die gerne am Buch mitwerkeln. Für Leser, die gerne Nachdenken und für alle die, die bizarre Geschichten mögen.

Dienstag, 25. September 2018

Rezension: Mit kleinem Gepäck - Tamina Kallert


 
 


💓💓💓

 
Mit kleinem Gepäck - Wunderschöne Geschichten vom 
Reisen

"Ich glaube, Neugier auf die Welt macht das
Leben größer."



 Mit kleinem Gepäck



 
Skurriles und Persönliches, manchmal Trauriges, vor allem aber
viel Reiselustiges - in diesem Buch erzählt Tamina Kallert sehr
persönliche Geschichten aus ihrem Leben und über Dinge, die in ihren Filmberichten so nicht zu sehen sind. Für ihre Sendung "Wunderschön" hat die erfolgreiche Reisejournalistin über 70 Länder und Regionen bereist. 
Sie wandert, fährt Rad, Auto, Zug, klettert auf Vulkane, reitet auf Kamelen, sie besucht abgelegene Dörfer, einsame Inseln und pulsierende Städte.
 Reisen ist ihre Leidenschaft, und sie liebt es, in Welten einzutauchen, die sie noch nicht kennt. 
Mit ihrer warmherzigen und lebensfrohen Art öffnet sie die Herzen der unterschiedlichtsten Menschen und lässt uns die Welt durch ihre Augen auf ganz besondere Art lebendig werden.


Verlag:  Gütersloher Verlagshaus

Seitenzahl: 223

 
Preis: 20€

Über das Cover...

Als ich das Buch das allererste Mal in den Händen hielt, war ich überrascht, wie liebevoll es mir zugeschickt wurde. Sogar mit einer handgeschriebenen Notiz meiner Absprechpartnerin bei dem Verlag, Birgit Gosse, in der sie mir viel Spaß beim Lesen wünscht.
Ebenso hat mich überrascht, dass es sich bei dem Buch um ein Hardcover handelte. Diese sind doch immer noch etwas edler als Taschenbücher. 
 
Was mir nicht so am Cover gefallen hat, war, dass es durch Tamina Kallerts bis zum Bauch abgedruckten Körper mehr wie eine dieser Frauenzeitschriften aussieht. Natürlich muss sie auf das 
Cover, da es sich in dem Buch um sie dreht und viele Menschen sie vielleicht durch dieses Bild aus dem Fernsehen wiedererkennen, jedoch hätte das irgendwie anders gelöst werden können.
Der Titel gefällt mir in zwei Sichten sehr gut, einmal, wie er gedruckt wurde, mit dem kleinen Rucksack, der an den Buchstaben hängt und andererseits auch seine Zweideutigkeit.
Zum einen spricht er das Gepäck im wörtlichen Sinne an und die Gefühle beim Reisen, die man auch als Gepäck bezeichnen kann. 



Allgemeines über das Buch....

Insgesamt gefällt mir die Aufmachung des Buches ziemlich gut. Zuerst das Inhaltsverzeichnis, das offen und kurz gehalten wurde. Nicht eines dieser, die einen fast erschlagen und die man eigentlich gar nicht durchlesen möchte. 
Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, das zu dem im Kapitel behandelten Thema passt, was mir sehr zusagt. Auch ist über jedem Kapitel derselbe rote kleine Rucksack abgedruckt, der auch schon auf dem Cover zusehen ist. Solche durch das ganze Buch laufende Motive, finde ich ziemlich schön.


Nun zum Thema und dem Inhalt...


Ich kann mir vorstellen, dass viele das Buch im Laden stehen sehen und in die Hand nehmen, weil sie Tamina Kallert als Moderatorin beim WDR aus verschiedenen Sendungen kennen. Ihre Sendungen
"Wunderschön" und "2 für 300" werden im Buch besonders erwähnt.
Ich für meinen Teil kannte Tamina Kallert und diese Fernsehsendungen nicht. Mich hat erstmal das Thema Reisen interessiert und ich lese gerne Geschichten darüber. Dass es sich um eine Reisereporterin handelt, die von ihrem Beruf erzählt, habe ich erst später mitbekommen.

Wie schon im Titel angekündigt, erzählt Tamina Kallert verschiedene Geschichten von ihren Reisen.
Zu Anfang hat die Vielfalt der Geschichten mich durcheinander gebracht. In Kapitel 1 wurden zum Beispiel kurze Teile von Reisen in Paderborn, Irland, Schweden, Südafrika und im Sauerland gleich hinterweg erzählt. Das hat mich aus dem Konzept gebracht. 
Wenn man sich jedoch reingelesen hat, was bei mir doch einige Kapitel benötigte, versteht man, dass es genau so sein soll. Sie möchte nicht einzelne Reisen im Detail besprechen, sondern sucht sich Kapitel für Kapitel ein Thema raus und erzählt dann von Reiseabschnitten, die zu diesem Thema passen. So nach dem Motto "Ach ja, dazu fällt mir ein, als ich da und da war..."
Dieses Prizip hat mir zu Anfang gar nicht gefallen, später bin ich aber damit gut klar gekommen und habe verstanden, dass diese Art zu erzählen alles nochmal viel natürlicher zeigt und nicht so runtergeschrieben.
Jedoch habe ich keinen so richtigen roten Faden entdeckt. Jedes Kapitel war für sich ein Abschnitt und mir gefallen Bücher mit rotem Faden generell besser.
Zudem benutzt die Autorin meiner Meinung nach zu viele Zitate. Es gibt ja schon die Zitate am Anfang von jedem Kapitel. Aber manchmal hat sie auch Zitate in den Fließtext  eingebaut, was mich persönlich dann doch gestört hat.

Der Schreibstil von Tamina Kallert war sehr leicht zu lesen und natürlich. Ich habe mir auch einige Folgen ihrer Sendungen angesehen und dort spiegelt sie die selbe Natürlichkeit wieder, wie in ihrem Buch. Im Buch jedoch erzählt sie von Dingen, die hinter der Kamera geschehen.
Zum Beispiel erzählt sie neben den Reiseberichten auch biografiemäßig von ihrem Leben und auch von verschiedenen Dingen aus ihrem Berufsleben, wie Teamarbeit beim Dreh, Kollegen und Einschaltquoten. Den Beruf der Maskenbildnerin stellt sie zum Beispiel in einem Kapitel vor, was ich sehr interessant finde, auch, wenn das nicht direkt etwas mit dem Reisen zutun hat.

Besonders interessiert hat mich der Teil, wo sie über ihre Familie und ihren Beruf schreibt. 


Fazit...

Allgemein ist "Mit kleinem Gepäck" ein nicht zu langes, informatives aber auch zum Träumen
gemachtes Buch. Die Autorin schreibt über sich selbst, Reiseorte und ihren Beruf. 
Zum einen lernt man Orte und Berufe kennen, aber man denkt auch über sich selbst nach, wie man sein Leben gestalten möchte und gerade, wie sich mein Reiseverhalten von dem ihren unterscheidet.
Für jemanden, der in Reisen und prägnanten Geschichten über verschiedene Ort interessiert ist, kann dieses Buch ein Spaß zum Lesen sein.
Jedoch muss man sich auch bewusst sein, dass es kein Reiseratgeber ist, sondern eine Biografie.


Sonntag, 27. Mai 2018

Der Serienkiller, der keiner war und die Psychotherapeuten, die ihn schufen - Dan Josefsson

 💔


 Der Serienkiller, der keiner war 

Die unglaubliche Geschichte des Mannes, der als gefährlichster Serienkiller Schwedens galt.
Der schwedische Drogenhändler und Kleinkriminelle Sture Bergwall wird Anfang der 90er Jahre in die forensische Abteilung einer der größten psychiatrischen Kliniken des Landes eingewiesen. Unter dem Einfluss seiner Therapeuten gesteht er eine Vielzahl von Morden und wird verurteilt. Doch nichts davon ist wahr - einer der größten Justizskandale der Geschichte.

Verlag: btb
Seitenzahl: 590, wobei die Literaturliste im Anhang bei Seite 561 beginnt
Preis: 12€

Zum Cover: 

Auf dem Cover sieht man einen weißen Wald vor schwarzem Hintergrund. Es sieht aus, als würden die Bäume mit einer hellen Taschenlampe angeleuchtet werden, was mir sehr gut zu dieser Art Buch zu passen scheint. Der Titel und Untertitel sind in herausstehenden Buchstaben gedruckt, sodass man sie fühlen kann, wenn man über das Cover streicht. Das Rot im Titel scheint das eigentliche Wort "Serienkiller" nochmal bedrohlicher hervorstehen zu lassen.
Alles in allem ist das Cover schlicht gehalten, aber es verleiht dem Betrachter eine gewisse Neugier, das Buch zu lesen. 

Meine ersten Gedanken:

Das Buch erinnert mich sehr an "Von Mr. Holmes zu Sherlock" von Mattias Boström, das ich auch schon einmal vorgestellt habe. Eigentlich ist es sogar vom gleichen Verlag und das Cover ist diesem sehr ähnlich.  


Von Mr. Holmes zu Sherlock

 Auch die Art des Buches ist nahezu vergleichbar. Es ist sehr sehr sehr sehr viel recherchiert worden. Bei Dan Josefssons Buch gibt es sogar eine ellenlange Literaturliste und Fußnoten, die dahin führen und jeden Fakt beweisen, der im Buch aufgegriffen wird.
Mattias Boströms Buch war spannend, weil ich mehr über Sherlock erfahren wollte, jedoch habe ich sehr lange daran zu beißen gehabt, weil es sehr detailliert und lang war. 
Dan Josefssons Buch hat mich zuerst interessiert, weil ich an Psychotherapie interessiert bin und wissen wollte, wie sie den Mann dazu gebracht haben, die Morde zu gestehen, ohne, dass er sie überhaupt begangen hat.
Bis dahin bin ich leider nicht gekommen. Ich habe den ersten Teil gelesen (es ist in 3 unterschiedlich lange Teile aufgeteilt) und musste es abbrechen. Es gab unterschiedliche Gründe, warum dieses Buch und ich nicht bis zum Ende gehen konnten. Erstmal, was an mir liegt, hat mich die Neugier überzeugt. Dabei habe ich nicht daran gedacht, dass ich eigentlich keine Thriller mag und dieses Buch nicht als Thriller angesehen. Was es ja auch nicht wirklich ist.
Es ist mehr eine Nacherzählung von dem Justizskandal mit erzählerischen Elementen. Damit kam ich nicht wirklich klar. Die vielen sachlich recherchierten Aspekte haben mich aus dem Lesefluss gebracht. Da hat mich nicht einmal die Neugier, wie die Therapeuten das geschafft haben, überzeugen können ,weiterzulesen.
Das tut mir sehr Leid, weil das Buch wirklich lang ist und Dan Josefsson so viel Arbeit darein gesteckt haben muss. Ebenso war der Teil, den ich gelesen habe, stellenweise wirklich ekelerregend, sodass ich nicht weiterlesen konnte oder einige Teile überspringen musste. 
Ich möchte nicht wirklich auf den genauen Part eingehen, jedoch wurden Mord und Vergangenheit ziemlich detailliert beschrieben, so wie alles andere auch in diesem Buch.
Ein weiterer Aspekt, der mich vom Weiterlesen abgehalten hat, war, dass vieles im Konjunktiv und in "Häkchen" geschrieben wurde, weil es Meinungen oder Aussagen waren, die zitiert wurden. 
Fast schon wie eine wissenschaftliche Arbeit und keine Erzählung.

Fazit: 

Ich habe dieses Buch nicht zuende gelesen. Nicht mal annährend. Deshalb kann ich keine richtige Meinung dazu abgeben. Ich kann nur das kommentieren, was ich bis jetzt gelesen haben und zu mir hat es nicht gepasst. Das heißt nicht, dass andere es nicht in one sitting durchlesen könnten. 
Es war einfach nicht meine Art Buch, aber ich finde es gut, dass ich hineingelesen habe, denn jetzt weiß ich, dass diese Art Bücher nichts für mich sind.


Montag, 30. April 2018

Rezension: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden - Genki Kawamura


Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden


  💓💓💓💓

 "Wie wäre es wohl, wenn alle Katzen von der Welt verschwänden?

Wie würde sie sich verändern?

Wie würde mein Leben sich verändern?

Und wenn ich auf einmal von der Welt verschwände?

Würde wie immer ein neuer Morgen anbrechen,

ohne, dass auf der Welt sich etwas verändert hätte?" 

 

Preis: 18€
Seitenzahl: 190
Verlag:  C. Bertelsmann

Über das Cover:

First of all haben die Kirschblütenzweige, die von allen Seiten in das Cover hineinhängen, meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie stehen in einem wunderschönen Kontrast zu dem Grünblauton des Hintergrunds. Außerdem sieht dieses Loch, in dem der Titel steht, nicht nur so aus, wie ein Riss im Cover, der Teil fühlt sich auch komplett anders und glatter an, als das ursprüngliche Cover.
Ein wunderschönes und bemerkenswertes Cover.

Über den Klappentext:

Der Klappentext hinten auf dem Buchrücken ist sehr kurz und unklar gehalten, was mir gut gefällt. Der Text jedoch, der innen auf der Lasche des Buchmantels steht, ist sehr detailiert und verrät fast die komplette Geschichte, was mir nicht so gut gefällt, da das Ende erahnbar war (deshalb habe ich ihn hier auch nicht der Rezension beigefügt).

Über den Schreibstil:

Genki Kawamura hat einen sehr erfrischenden Schreibstil. Teilweise sind Gespräche fast wie Dialoge geschreiben. Nichts mit "sagte er" und so, einfache Aussagen untereinander. Das hat wirklich Schwung ins Lesen gebracht und mir Spaß gemacht.

Meine Meinung:

Ein schönes Buch, zwar etwas kurz und die Hauptperson war mir doch noch lange fremd, doch als ich am Ende angekommen war, habe ich ihn verstanden und die Moral, die das Buch mit sich zog, dass es nicht um materielle Dinge geht, sondern um Familie und Freunde und Liebe, ist sehr sehr schön gelungen.


Freitag, 20. April 2018

Rezension: Die Seefahrerin - Catherine Poulain

"Eine solche Frau hat die große Geschichte des Abenteurromans noch nie gesehen." - Elle 

💔

Die Seefahrerin 

 Die Geschichte einer überwältigenden Sehnsucht.
"Ich mag es, frei zu sein, dort hinzugehen, wo ich hinwill. Ich will nichts andere, als dass man mich ziehen lässt."

Lili ist frei. Sie hat ihr Leben hinter sich gelassen. Vor der Westküste Alaskas fährt sie als einzige Frau mit der Fischfangbesatzung der Rebel über den Ozean. Sie ist dem eiskalten Wind des Meeres ausgesetzt, spürt das Salz auf der Haut, schuftet, verletzt sich, schläft an Deck des Schiffes, geht an ihre Grenzen - und wird Teil der rauen Welt der hartgesottenen Matrosen. Doch einer unter ihnen ist anders als alle anderen: Lili und Jude ziehen sich magisch an, ihre Beziehung ist intensiv, fordernd, fast zerstörerisch. Als er sie bittet, mit ihm fortzugehen, muss Lili sich entscheiden zwischen der grenzenlosen Freiheit der Meere und der vielleicht größten Liebe ihres Lebens. 

Seitenzahl: 411
Verlag: btb
Preis: 21€

Warum ich das Buch lesen wollte:

Freiheit. Ich wollte gern von Freiheit lesen und dabei eine stürmische Romanze erleben. 

Letztendlich:

Meiner Meinung nach, gibt es keine schlechten Bücher. Es gibt Bücher, die für mich schlecht oder gut sind, doch meine Meinung kann doch nicht für alle anderen bestimmen. Ich kann nicht sagen, dass ein bestimmtes Buch schlecht ist und man es nicht lesen sollte, das jeder Mensch ein Individuum ist und ich das nicht für andere bestimmen kann. 
Also aufgrund meiner Vorstellung von dem Buch, die sich nicht erfüllt hat und ein paar anderer Faktoren, die mich gestört haben, war dies für mich ein schlechtes Buch. Es hat einfach nicht zu mir gepasst, sodass ich es nicht beenden konnte.

Meine Meinung: 

Erstmal, das Buch hat ein wunderschönes Cover. Es sieht aus, als wären die Möven von einer Person fotografiert worden, die halb im Wasser ist. Sogar die Kamera ist mit einer Ecke unter Wasser. 

Zum Inhalt: Der Schreibstil von Catherine Poulain hat mir leider gar nicht gefallen, was vielleicht auch an der Tatsache liegen könnte, dass es aus dem Französischen übersetzt wurde und bei Übersetzungen immer wieder etwas verloren geht.
Jedenfalls war fast alles in abgehackten kurzen Sätzen geschrieben. Für eine gewisse Zeit geht das gut, aber nicht durch das ganze Buch hinweg.
Die Protagonistin Lili war mir nicht besonders sympartisch. Sie war still und irgendwie wusste ich selbst nach mehreren Kapiteln nichts über sie. Außerdem ist hinten auf dem Buch ein Bild einer älteren Frau, die emotionslos in die Kamera guckt. Ich wünschte, ich hätte das nicht angesehen, denn ab dann konnte ich mir Lili nicht mehr anders vorstellen und ich mag es, mir meine Charaktere selbst auszumalen.
Außerdem hatte das Buch konstant, so weit, wie ich gelesen habe, eine seltsam tranige Atmosphere, da wenig Gedanken und Gefühle geäußert wurden.
Alles in allem war dies kein Buch für mich und vielleicht werden wir beide es noch irgendwann mal miteinander versuchen, doch für jetzt lässt sich sagen, dass es mir nicht gefallen hat und ich es im Moment auch nicht weiterlesen möchte.


Mittwoch, 11. April 2018

Rezension: Liebe zwischen den Zeilen - Veronica Henry

"Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde" - Jean Paul

💓💓💓💓💓


Die kleine Buchhandlung Nightingale Books hat Emilia von ihrem geliebten Vater übernommen. Im Herzen des verschlafenen Städchen Peasebrook ist sie eine Begegnungstätte für die unterschiedlichsten Menschen mit ihrem Kummer und ihren Träumen. Doch Julius Nightingale war ein großer Buchliebhaber und kein Buchhalter - der Laden steht kurz vor dem Ruin. Emilia bleiben nur wenige Monate, um diesen besonderen Ort vor einem Großinvestor zu retten. Denn nicht nur sie findet hier Freundschaft und Liebe... 

Verlag:  Diana
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 366


Über das Cover:

Eigentlich hat das Cover mich erstmals auf das Buch aufmerksam gemacht. Ich finde Bilder von Büchern oder Buchläden sehr ästhetisch, sie geben mir das Gefühl, eine Leidenschaft gefunden zu haben. Auf dem Cover sieht man den Buchladen Nightingale Books (jedenfalls stelle ich ihn mir so vor) und der Titel und das Genre sind wunderbar in das Bild verarbeitet. Ich könnte mir das Cover für lange Zeit einfach nur ansehen, um die Buchtitel von den winzigen Büchern im Schaufenster zu entziffern und mich zu fühlen, als stände ich wirklich vor dem Laden.

Über den Plot:

Als ich das Buch endlich bei mir zu Hause liegen hatte, habe ich mir den Klappentext nochmal durchgelesen und hatte kurz Angst, dass es doch ein Buch sein würde, was mir nicht gefallen könnte. Die Wörter Ruin und Großinvestor haben mich denken lassen, dass es vielleicht nicht das Richtige sein könnte. Daher hat "Liebe zwischen den Zeilen", obwohl ich es vorher so sehr lesen wollte, erstmal etwas Zeit in meinem Bücherregal verbracht. Doch als ich angefangen habe zu Lesen, war ich beruhigt, dass ich mit meiner Angst komplett falsch gelegen hatte.
Zuerst hat mich der Charme von der kleinen Stadt Peasebrook in seinen Bann gezogen. Ich habe sie mir ein wenig wie Cornwall vorgestellt. Zwar gibt es kein Meer, aber trotzdem hat die kleine Stadt mit ihren Läden mir den selben Eindruck von der Atmosphere gegeben.

Über die Charaktere: (teilweise Spoiler!!!)

Julius Nightingale und Emilias Mutter waren sind mir sehr ans Herz gewachsen, auch, wenn man nur im Rückblick von ihnen erfährt. Ich finde es besonders spannend, dass man erst im Laufe der Geschichte erfährt, warum Emilias Mutter nicht mehr da ist.
Emilia Nightingale war mir am Anfang ein bisschen zu kurz angebunden und zu sehr ein Stadtmensch. Irgendwie hat sie nicht so richtig nach Peasebrook gepasst, jedoch hat sich das im Laufe der Geschichte komplett geändert.
Ich finde es auch gut, dass die Geschichte sich nicht nur um Emilia dreht, sonder auch um viele andere Menschen aus Peasebrook, die mit dem Bücherladen und Julius verknüpft sind. 
Thomasina, Bea, Sarah, June und noch viele mehr kamen mir vorher fremd vor, doch während des Lesens war es eine erfrischende Abwechsung von ihren Leben zu lesen und wie sie sich entwickelten. Die Entwicklung der Charaktere sind nämlich das Herrausragende. Ich war froh, dass sie alle ein Happy End hatten. Ich mag Bücher mit Happy End und hier war es genau das richtige und sehr zufriedenstellend. 
Besonders über Dillon und Thomasina habe ich mich gefreut, wenn wieder ein Kapitel über sie kam. 
Dillon, weil er ungefähr in meinem Alter ist, sich jedoch schon so reif und erwachsen im Bezug auf Alice verhält, dass es mich beeindruckt hat. 
Thomasina, weil auch ich ein schüchterner Mensch bin und ich begeistert über ihre Fortschritte war, wie zum Beispiel, als sie auf Julius´ Trauerfeier vorgelesen hat. 

Allgemein:

"Liebe zwischen den Zeilen" hat eine sehr erfrischende Wirkung auf mich gehabt. Ich konnte die Kapitel nur so überfliegen und, wenn ich mal nicht darin gelesen habe, musste ich trotzdem über die Charaktere und Peasebrook nachdenken. Alles in Allem ein sehr gelungenes Buch, das durch meine anfänglichen Zweifel sich doch als Schatz herausstellte. 
Ich würde dem Buch 5 von 5 Sterne geben.

Montag, 19. März 2018

Rezension: Es war einmal im Fernen Osten - Xiaolu Guo

Ein Leben zwischen zwei Welten

💓💓💓 💓

Es war einmal im Fernen OstenDer faszinierende Weg einer Frau aus einer chinesischen
Fischerhütte in die Metropolen des Westens.
Es ist kein einfacher Start ins Leben: 
Gleich nach der Geburt geben die Eltern, glühende Anhänger Maos,
ihre Tochter Xiaolu in die Obhut eines armen Bauernpaares. Zwei 
Jahre später landet die halbverhungerte Kleine bei den 
Großeltern in einem Fischernest am Ostchinesischen Meer.
Ein Jahr später stirbt der "Große Vorsitzende", und in
China beginnt ein dramatischer gesellschaftlicher Wandel,
der Xiaolu Guo die Möglichkeit eröffnet, als Autorin und Filmemacherin zwischen den Welten zu leben.


Verlag: Knaus
Preis: 24€
Seitenzahl: 366

Erster Eindruck: 

Normalerweise gefallen mir Bücher, die das Gesicht einer echten Person auf dem Cover haben, nicht so sehr, weil sich meine Fantasie bei der Vorstellung der Hauptpersonen eingeschränkt fühlt. Da dieses Buch jedoch eine Art "Autobiografie" ist, konnte ich beim ersten Draufgucken noch mal darüber hinwegsehen :)
Das Cover wurde eigentlich relativ schlicht gehalten, was mir sehr gut gefällt, da es auch zu der Autorin und dem Charakterteil von ihr, den ich im Buch kennengelernt habe, passt. Außerdem ist nur die Hälfte von Xiaolus Gesicht zu sehen, sodass man immernoch etwas Freiraum hat, sie sich vorzustellen.
Das Buch an sich ist in mehrere Teile gegliedert, die meist mit einem Ortswechsel oder einem neuen Lebensabschnitt von Xiaolu folgen. Dabei gefällt mir sehr gut, dass bei jedem neuen Abschnitt ein Foto von Xiaolu eingefügt wurde.

Meinung: 

Allgemein hat mich die Geschichte von Anfang an sehr interessiert, da sie mich ein bisschen an "Schwarze Magnolie" (hier zur Rezension) erinnert hat. Inhaltlich und auch vom Schreibstil her, war Xiaolus Buch jedoch komplett anders.
Zum einen hat es mir sehr gut gefallen, wie objektiv sie von ihrer Kindheit erzählt hat. Sie hat nichts beschönigt und keinen Teil ausgelassen, auch wenn es einige Male nicht schön zu lesen war, was sie erzählte. Aber das gefällt mir am Besten, so kann man am besten mitfiebern.
Zum anderen hat sie aber auch Gefühle reingebracht, die sie gegenüber Personen hatte, zu der Zeit, wo sie zum Beispiel bei ihren Eltern gewohnt hat, aber auch heute.
Nicht so gut hat mir gefallen, dass zum Beispiel die Geschichte vonXiaolu in der Obhut des Bauernpaares ganz ausgelassen wurde. Natürlich war das, als sie noch ganz klein war und sie hat keine Erinnerung mehr daran, aber dafür, dass es im Klappentext so lang und breit erwähnt wurde, hätte ich etwas mehr über diesen Lebensabschnitt erwartet. 
Trotzdem ließ sich das Buch sehr schnell und leicht lesen. Manchmal, wenn ich aufhörte zu lesen, blieben meine Gedanken an der Geschichte hängen und ich musste irgendwann weiterlesen. Das sind die besten Bücher, die das mit mir machen.  
 

Rezension: wie meine Frau einundfünfzig Prozent ihrer seele rettete - Andrew Kaufman

 💓💓💓 Die außergewöhnliche Geschichte einer fast normalen Ehe. Eine Frau, ein Mann und die guten wie nicht so guten Zeitn eine...