Mittwoch, 31. August 2016

Rezension: Ernest Cline - Ready Player One

Rezension: Ein Buch, das mich mit Videospielen verband...

 💓💓💓💓💓

 (Ohne Spoiler!)

Ready Player One ist ein Buch im Genre Fantasy/Since-fiction und wurde 2011 im Penhaligon Verlag veröffentlicht. Ja, Since Fiction gemischt mit Fantasy kling für mich schon einmal, wie ein Buch, das ich in wenigen Tagen lesen könnte.
Aber, dass dieses Buch so ein Buch ist, hätte ich nicht gedacht. Für mich gibt es drei Arten von Büchern:
1. Einmal die Bücher, die so gut sind, dass man sie innerhalb von Stunden durchgelesen hat.
2. Dann die Bücher, bei denen bloß der Anfang langweilig ist und der Rest dann dem ersten Typ gleicht.
3. Und als letztes Bücher, von denen man denkt, man könnte sie mögen, doch am Ende hasst man sie.

Ready Player One war definitiv ein Buch von Typ 1! Die Person, die es mir vorgeschlagen hat, ist ein riesiger Videospiel Fan und liebt auch die 80er Jahre. So habe ich gedacht, dass dieses Buch etwas für mich wäre.
Es ist ein unglaubliches Buch. Ready Player One spielt im Jahr 2044, wo Realität ein unglaublich hässlicher Ort ist. Der Held unserer Geschichte, genannt Wade Watts, fühlt sich nur am Leben, wenn er sich in die virtuelle Realität zurückzieht. Nach OASIS. 
OASIS wurde von einem Mann namens Halliday erfunden, der Rätsel liebte. So erstellte er, kurz bevor er starb, ein Rätsel in seiner virtuellen Welt, die dabei war, die Realität zu übernehmen.
Wer auch immer dieses Rätsel lößt, bekommt unglaublich viel Macht in OASIS und Geld. Viele Leute hatten über die Jahre ihr Glück versucht, bis eines Tages, ein Junge namens Wade Watts den ersten Teil des Rätsels löst und damit eine Lavine auslöste. Plötzlich merken alle, die ihr Leben damit verbracht hatten, an dem Rätsel zu tüfteln, dass es nicht unlösbar ist und stürzen sich in den Kampf.
Und ach ja, um das ganze noch spannender zu machen: "Wer im Spiel stirbt, stirbt auch in Echt."

 "We're going to make the world a better place, right?" (39.33) 

Ich kann nicht beschreiben, wie genau es sich anfühlt, dieses Buch zu lesen. Erst einmal ist Wade eine so unglaublich gute Verkörperlichung von mir und wahrscheinlich mehreren Teenagern. Das Buch ist nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben, aber dennoch fühlt es sich so an, als würde Wade all das sagen. 
Das ist schon einmal der erste Grund weiter zu lesen, dass der Hauptcharakter einem gefällt. Doch das ist nicht der einzige Grund. Ebenfalls passen die anderen Nebenfiguren perfekt in die Geschichte.  Aech, der Wades bester Freund war, hat mich ein Wenig genervt, er war der typische beste Freund des Protagonisten, aber dennoch hat seine Nervigkeit in die Geschichte gepasst. Ebenso At3mis. Sie ist die Dritte im Bunde und mich hat manchmal ihre Verschlossenheit gestört. Ich wollte, dass sie mehr aus sich heraus kam aber trotzdem hat Ernest Cline einen guten Job mit seinen Charakteren gemacht. Sie sind wie eine dieser Patchworkdecken. Vollkommen unteschiedlich ergeben sie das Schönste Muster.
Üver den Titel: Der Titel ist das Erste, was man von dem Buch sieht, aber es ist auch das Erste, was man sieht, wenn man sich in die OASIS einloggt. Halliday war inspiriert bei einem Spiel aus seiner Jugend und Ernest Cline nahm den Titel von dem CAPCOM spiel Black Tiger. Es ist nicht einfach nur clever. Es bedeutet etwas für den Leser. Wann immer man auf den Titel guckt, fordert er einen beinahe heraus: Bist du bereit für ein Abenteuer, das dich die ganze Nacht wach hält?
 Letztenendes ist es ein Buch, das eine Moral hat. Meiner Meinung nach, sind das die Besten. Ready Player One hat mich gelehrt, dass die wirklich und wahrhaftig ernsten Dinge in der Realität stattfinden, auch, wenn Videospiele die Realität verschönern.
Auch hat mich dieses Buch den Videospielen näher gebracht. Ich begann mich über alles Spiele und Insider in diesem Buch zu informieren. Es ist, wie Hallyday es bei OASIS gemacht hat, voller Easter Eggs und kleiner Geheimnisse, die man nur sieht, wenn man zwischen den Zeilen liest. 
Ready Player One wurde mit einer solchen Liebe zum Thema geschrieben, dass man es spüren kann, all die Liebe in jeder Zeile. Hier in diesem Buch ist nicht eine Kleinigkeit, die ich ändern würde. Die Charaktere sind glaubwürdige Teenager und auf jeder Seite ist ein wenig Action. 
Jedenfalls muss man kein Geek der 80er Jahre sein, um es zu lieben. Aber allgemein wünsche ich mir fast, dass es in die Kulturgeschichte eingeht.
So viele Menschen haben versucht ein Buch wie dieses zu schreiben und es misslung ihnen. Doch Ernest Cline hat es in meinen Augen mehr als geschafft. 
Dieses Buch schaffte es ohne Mühe in meine TopTwentyBooks. Nicht, wegen der Worte, der wunderbaren Sprache, sondern weil es es verdient hat, dort zu sein. Weil Ernest Cline es verdient hat, hier oben auf meinem Regal zu stehen. Nicht er selber, aber ein Teil von ihm.

Ernest Cline schrieb ein weiteres Buch, Armada, was eigentlich nichts mit diesem hier zutun hat, aber sobald ich es habe, werde ich es lesen, es leben. Und bevor ich es vergesse: Hier ein paar Dinge über den autor:
Bevor er Ready Player One schrieb, vertrat er seine Arbeit beim Austin Poetry Slam wettbewerb. Er gewann in den Jahren 1998 und 2001. Sein meist berühmtes Werk war "Dance, Monkeys, Dance."
In 2001 veröffentliche er eine Sammlung von Geschriebenem "The Importance of being Ernest."

Ich würde dem Buch 5/5 Sterne geben.




 

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